Zeit runden und Unterstützung – Warum jede Minute zählt

Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, Zeit fliegt einfach so an euch vorbei? Für viele ist Zeit nur etwas, das vergeht – für mich ist sie eine knappe Ressource, die ich gezielt einsetzen muss.

Ich habe genau 16 Stunden Unterstützung im Monat – also vier Stunden pro Woche. Klingt erstmal okay, oder? Aber wenn ihr darauf angewiesen seid, dass euch jemand begleitet, euch im Alltag hilft oder euch zu wichtigen Terminen bringt, dann merkt ihr schnell: Diese Zeit ist schneller weg, als man denkt.

Und als wäre das nicht schon kompliziert genug, gibt es eine unausgesprochene Regel: Nutze ich zu wenig Unterstützung, kann mein Budget gekürzt oder sogar gestrichen werden. Nutze ich sie zu schnell auf, stehe ich am Monatsende ohne Hilfe da.

Also muss ich nicht nur gut planen, sondern auch genau dokumentieren, wann und wie ich meine Unterstützung in Anspruch nehme. Und genau hier kommt das Runden der Zeit ins Spiel.

Warum ich meine Zeiten runde – und warum Abrunden für mich besser ist

Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Warum muss man Zeit überhaupt runden? Wäre es nicht am fairsten, jede Minute exakt aufzuschreiben?

Tja, schön wär’s – aber das ist in der Praxis einfach nicht machbar. Wenn ich jede Minute haargenau notieren würde, wäre meine Dokumentation ein einziges Chaos. Deshalb runde ich auf 5-Minuten-Intervalle.

Jetzt stellt sich die nächste Frage: Runde ich lieber auf oder ab?

Klar, das Aufrunden hätte den Vorteil, dass meine Stunden schneller verbraucht wären – aber das wäre langfristig ein Problem. Ich müsste ständig darauf achten, dass mir am Ende des Monats noch genug Zeit übrig bleibt. Beim Abrunden verliere ich zwar ein paar Minuten, aber ich schaffe mir einen kleinen Puffer. Und dieser Puffer gibt mir mehr Kontrolle über meine Zeit.

So runde ich meine Zeiten richtig:

Wir runden die Uhrzeit mathematisch auf oder ab, je nachdem, wo die Minuten innerhalb der nächsten 5-Minuten-Marke liegen.

  • 00–02 → abrunden auf 00
  • 03–07 → aufrunden auf 05
  • 08–12 → abrunden auf 10
  • 13–17 → aufrunden auf 15
  • 18–22 → abrunden auf 20
  • 23–27 → aufrunden auf 25
  • 28–32 → abrunden auf 30
  •  33–37 → aufrunden auf 35
  • 38–42 → abrunden auf 40
  • 43–47 → aufrunden auf 45
  • 48–52 → abrunden auf 50
  • 53–57 → aufrunden auf 55
  • 58–59 → abrunden auf 00 der nächsten Stunde

Falls ihr euch jetzt denkt: „Aber dann fehlen dir doch Minuten!“ – Ja, das stimmt. Aber lieber verliere ich ein paar Minuten, als dass ich mir am Monatsende Sorgen machen muss, ob mein Stundenkontingent reicht.

Warum ich keine App nutze – Kontrolle über meine eigene Zeit

Die nächste Frage, die sich viele stellen: „Warum nutzt du keine App? Das geht doch viel einfacher!“

Ja, theoretisch schon. Aber praktisch? Nein, danke.

Ich habe mir verschiedene Apps angeschaut und wieder gelöscht. Warum?

Viele Apps verlangen eine Registrierung, und ich will meine Daten nicht überall gespeichert haben.

Die meisten Apps runden nicht so, wie ich es brauche. Entweder auf Viertelstunden oder mit seltsamen Algorithmen, die ich nicht beeinflussen kann.

Wenn ich mein Handy wechsle, ist oft alles weg. Und ich habe keine Lust, mich darauf zu verlassen, dass irgendeine Cloud meine Zeiten speichert.


Also mache ich es auf meine Art:

  • Ich trage meine Termine in eine Kalender-App ein.
  • Ich dokumentiere meine Zeiten in Google Docs.

Es ist simpel. Es funktioniert. Und das Wichtigste: Ich habe die volle Kontrolle.

Wie läuft meine Unterstützung nach zwei Wochen?

Jetzt kommt der spannendere Teil: Wie läuft es eigentlich mit meiner Unterstützung?

Seit zwei Wochen begleitet mich Melanie vom Hilfenet. Zwei Wochen sind nicht viel Zeit, aber genug, um ein erstes Gefühl dafür zu bekommen, ob es passt oder nicht.

Und bisher? Es läuft größtenteils gut.

Melanie ist pünktlich, zuverlässig und hält sich an das, was besprochen wurde. Das ist mir extrem wichtig, weil ich in der Vergangenheit auch schon erlebt habe, dass Leute zwar helfen wollen, aber dann unzuverlässig sind oder einfach nicht verstehen, wie ich Unterstützung brauche. Das ist bei Melanie bisher nicht der Fall – und das ist ein riesiger Pluspunkt.

Aber da ist ein Punkt, der mich beschäftigt:
Melanie ist Raucherin.

Jetzt ist es nicht so, dass sie direkt nach Rauch stinkt oder dass es mich jedes Mal umhaut, wenn sie in den Raum kommt. Aber ich nehme es wahr – und das ist eigentlich ein Problem für mich. Ich bin empfindlich, wenn es um Rauch geht. Es geht nicht darum, dass sie stark nach Rauch riecht – das tut sie nicht. Aber ich rieche es trotzdem. Und wenn ich ehrlich bin, war das eigentlich immer ein Punkt, der für mich nicht geht.

Ich könnte es natürlich einfach ansprechen, aber was dann? Es ist ihr gutes Recht zu rauchen. Ich kann ja nicht verlangen, dass sie ihr Verhalten für mich ändert. Vielleicht wäre sie sogar bereit, darauf Rücksicht zu nehmen, aber wie sähe das in der Praxis aus? Würde sie sich dann jedes Mal vorher umziehen oder ihre Jacke draußen lassen, damit ich den Geruch nicht wahrnehme? Oder würde sie sich verpflichtet fühlen, vor jedem Treffen bewusst weniger zu rauchen? Ich will ihr nicht das Gefühl geben, dass sie sich wegen mir verstellen muss – aber ich kann auch nicht ignorieren, dass es mich stört.

Also werde ich erstmal beobachten. Vielleicht gewöhne ich mich daran. Vielleicht nicht. Ich werde es sehen.

Brauche ich mehr Unterstützung als gedacht?

Anfangs dachte ich, dass ich hauptsächlich mittwochs zur Physiotherapie Unterstützung brauche. Das war der Plan – feste Termine, eine klare Struktur.

Aber jetzt merke ich: Es ist mehr.

Es sind nicht nur die großen Dinge wie Arztbesuche oder Physiotherapie, sondern auch die vielen kleinen Herausforderungen im Alltag, die sich summieren. Mal ist es eine Besorgung, die ich alleine nicht erledigen kann, mal ein Moment, in dem es einfach gut wäre, jemanden an meiner Seite zu haben.

Und hier wird es kompliziert. Ich habe genau 16 Stunden im Monat. Kein bisschen mehr. Kein bisschen weniger.

Wenn ich weniger nutze, riskiere ich eine Kürzung.

Brauche ich zu viele Stunden zu früh, stehe ich am Monatsende ohne Hilfe da.


Ich werde mir die nächsten Wochen genau anschauen, wie ich meine Stunden bestmöglich nutze. Vielleicht finde ich einen Weg, sie noch effizienter einzusetzen. Vielleicht nicht. Ich werde es ausprobieren müssen.


Mein Fazit nach zwei Wochen

Die ersten zwei Wochen waren eine Eingewöhnungsphase – mit positiven, aber auch herausfordernden Momenten. Ich weiß noch nicht genau, wohin das führt, aber ich weiß, dass ich genau hinschauen muss.

Und das werde ich tun.

Denn am Ende geht es nicht nur um Minuten und Stunden –
es geht um meine Unterstützung.

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